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Diplomatie im Krisengebiet: Deutschland unterstützt Stabilisierungsforum am Tschadsee

Gouverneure aus Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun mit dem Afrika-beauftragten des Auswärtigen Amts in Maiduguri.

Gouverneure aus Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun mit dem Afrika-beauftragten des Auswärtigen Amts in Maiduguri., © AA

08.05.2018 - Artikel

Terror, Hunger und Millionen Vertriebene: Die Region um den Tschadsee gehört zu Afrikas gefährlichsten Krisenherden. Deutschland setzt auf Diplomatie, um die Ursachen der Krise zu beheben.

Maiduguri im Nordosten Nigerias galt einst als gefährliche Hochburg der islamistischen Terrormiliz Boko Haram. Nun fand in der Stadt zum ersten Mal seit Ausbruch des Konflikts eine internationale Konferenz statt. Botschafter Georg Schmidt, Afrika-Beauftragter im Auswärtigen Amt, eröffnete am Dienstag (08.05.) ein von Deutschland finanziertes Forum, das Gouverneure aus Kamerun, Niger, Nigeria und Tschad zusammenbringt.

Multiple Krisenfaktoren

Ein Vertreter der deutschen Botschaft macht sich vor Ort ein Bild von der Lage am Tschadsee.
Ein Vertreter der deutschen Botschaft macht sich vor Ort ein Bild von der Lage am Tschadsee.© AA

Die Region, in der die Grenzen der vier Länder zusammenlaufen, ist Schauplatz einer der größten humanitären Krisen Afrikas.  In der von Dürren geplagten Region in Westafrika, die die Sahara im Norden von der Savanne im Süden trennt, überlagern sich verschiedenen Krisenfaktoren. Seit acht Jahren terrorisiert die islamistische Gruppe Boko Haram die Bevölkerung, mehr als 30.000 Menschen wurden getötet, zwei Millionen Männer, Frauen und Kinder vertrieben.

Mit vereinten Kräften ist es den Streitkräften der vier Länder zwar gelungen, die Terroristen weitgehend zurückzudrängen. Doch für die Bewohner des Tschadsee-Gebiets ist noch lange keine Ruhe eingekehrt. Entführungen und Selbstmordanschläge sind weiterhin an der Tagesordnung. Auch die humanitäre Lage bleibt kritisch.

Ursachen lassen sich nur gemeinsam bekämpfen

Gemeinsam mit internationalen Partnern unterstützt Deutschland die Menschen in der Krisenregion seit vielen Jahren mit humanitärer Hilfe. Doch langfristig kann sich die Situation nur verbessern, wenn die vier betroffenen Anrainerstaaten zusammenarbeiten, um die Ursachen der Krise zu bekämpfen. Gemeinsam mit anderen internationalen Partnern hat Deutschland darum die „Tschadsee-Konsultativgruppe für Prävention und Stabilisierung“ ins Leben gerufen.

Stabilisierungsstrategien entwickeln

Blick auf Flüchtlingslager bei Maiduguri.
Blick auf Flüchtlingslager bei Maiduguri.© UNICEF

Auf dem Weg zu einer besseren Kooperation der Nachbarländer ist das Treffen der Gouverneure in Maiduguri ein wichtiger Schritt. Gemeinsam mit internationalen Partnern berät und unterstützt Deutschland die lokalen Entscheidungsträger dabei, in Zukunft noch effektiver die Krise zu bekämpfen und Stabilisierungsstrategien zu entwickeln. Dass die Konferenz in Maiduguri stattfindet, ist dabei ein wichtiges Zeichen. Noch sind große Teile der Stadt zerstört. Doch die langsame Rückkehr der Bewohner zu einem friedlichen Alltag zeigt, dass eine bessere Zukunft für die Region möglich ist.

 

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